Mai 6

Was wird Alphabet mit seinen 135 Mrd Dollar anfangen? 💾

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Google ist nach wie vor eine Gelddruckmaschine

Vielleicht verfolgst du als Leser dieses Blogs auch hin und wieder die Quartalszahlen einiger Unternehmen. Wenn dem so ist, dann wird dir vermutlich nicht entgangen sein, dass die Q1 Ergebnisse der Google-Mutter Alphabet an der Börse ziemlich gut angekommen sind. Die Aktie hat darauf auch einen kleinen Satz nach oben gemacht.

Die Highlights der Zahlen waren ein Wachstum des Gesamtumsatzes von 34 % auf ĂŒber 55 Mrd. USD bei einem Gewinn je Aktie, der mit 26,29 USD die Erwartungen geradezu pulverisiert hat. Besonders spannend auch: Mit der Video-Plattform YouTube konnte Alphabet sogar etwa 50 % wachsen, ebenso hohes Wachstum verzeichnet das Cloud-GeschĂ€ft des Internet-Giganten.

Nachdem die Quartalszahlen aber bereits kalter Kaffee sind, wollen wir in diesem Artikel einige Aspekte der Alphabet-Bilanz beleuchten, die das Unternehmen so besonders machen. Sehen wir uns daher als erstes die Umsatzverteilung nach Sparten an.

Umsatzverteilung von Alphabet
Umsatzverteilung von Alphabet

Übergeordnet berichtet Alphabet in 3 Segmenten. Dabei steuert Google Services den Löwenanteil von 93 % bei. Die wachstumsstarke Cloud-Sparte kann erst mit 7 % aufwarten und die viel beachteten Other Bets, zu denen Investments in Startups wie Waymo gehören, spĂŒlen quasi noch ĂŒberhaupt kein Geld in die Kassen.

Eine weitere AufschlĂŒsselung der Google-Services zeigt uns, dass nach wie vor die Google-Suche mit 58% das absolute KerngeschĂ€ft des Konzerns ist. Neben der Google-Suche dĂŒrfte in diesem Segment in Zukunft auch das stark wachsende YouTube seinen Anteil ausbauen und noch mehr Beachtung seitens der Investoren auf sich ziehen.

Die wahre StÀrke von Google zeigt sich aber nicht nur bei den UmsÀtzen, sondern vor allem bei den Gewinnen, die in nachfolgender Grafik als Q1 Operating Income in Milliarden USD dargestellt sind.

Gewinnverteilung von Alphabet
Gewinnverteilung von Alphabet in Q1 2021 in Mrd USD

Hier wird ersichtlich, dass Google eine wahre Gelddruckmaschine ist. Mit den 19,5 Mrd USD operativem Gewinn von Google Services finanziert das Unternehmen nicht nur seine Overheadkosten und geldfressenden Other Bets. Auch das Cloud-GeschĂ€ft ist bei Alphabet im Gegensatz zu Amazon noch defizitĂ€r und wird aktuell mit 1 Mrd USD im Quartal von Google Services gestĂŒtzt.

Man könnte hier auch die Sichtweise einnehmen, dass die wahre Ertragskraft des Google-KerngeschĂ€fts von den beiden anderen Segmenten ĂŒberdeckt wird und in Wirklichkeit noch höher ist.

Wohin mit so viel Geld?

Die gigantischen Gewinne aus dem WerbegeschĂ€ft hinterlassen selbstverstĂ€ndlich auch ihre Spuren in der Bilanz – positiv versteht sich. Sieh dir dazu kurz folgende GegenĂŒberstellung von langfristigen Schulden zu Cash und kurzfristigen Anlagen an.

Alphabet hat eine Traumbilanz
ausgewÀhlte Bilanzposten von Alphabet in Mrd USD

Alphabet ist netto betrachtet nicht einfach nur schuldenfrei. Der Konzern könnte seine langfristigen Schulden in Höhe von 13,9 Mrd USD beinahe 10-fach begleichen. Die Schulden wurden erst vor Kurzem zu sehr gĂŒnstigen Konditionen (selbstverstĂ€ndlich 😉 ) aufgenommen. Man kann nur spekulieren, weshalb ein so ĂŒberliquides Unternehmen ĂŒberhaupt Anleihen begibt… Vermutlich, weil es auf seine kurzfristigen Anlagen mehr Zinsen erwirtschaftet als es selbst bezahlen muss – ein weiterer Vorteil von QualitĂ€tsunternehmen.

Bevor wir uns mögliche Verwendungen fĂŒr diesen Cashberg ĂŒberlegen, möchte ich noch auf eine Sache hinweisen. Wenn man eine einzige Zahl wĂ€hlen mĂŒsste, die die QualitĂ€t eines GeschĂ€ftsmodells ausdrĂŒckt, dann wĂ€re das die Gesamtkapitalrendite. Sie sagt uns, wie viel Gewinn je investiertem Dollar erzielt wird. Je höher die Kennzahl, desto gĂŒnstiger ist Wachstum und desto mehr Geld bleibt am Ende auch fĂŒr den Investor ĂŒbrig.

Bei einem Gesamtkapital von etwa 330 Mrd USD weist Alphabet eine Gesamtkapitalrendite von stolzen 15 % aus. Das ist an und fĂŒr sich bereits ein ziemlich hoher Wert. Allerdings verstecken sich in diesem Gesamtkapital ja auch noch unsere 135 Mrd USD, die gar nicht fĂŒr das eigentliche GeschĂ€ft benötigt werden. Bereinigt um diese Position liegt die GK-Rendite bei sagenhaften 26 %. Und selbst in diesem Wert ist immer noch nicht berĂŒcksichtigt, dass ein Teil der ErtrĂ€ge fĂŒr die defizitĂ€ren GeschĂ€ftsbereiche Clouds und Other Bets verwendet wird. Die wahre ProfitabilitĂ€t des Google KerngeschĂ€fts liegt also nochmal ein StĂŒck höher!

Diese Werte sind unglaublich hoch. Selbst wenn wir berĂŒcksichtigen, dass die kurzfristigen Anlagen natĂŒrlich nicht totes Kapital sind, sondern auch kleine Gewinne beisteuern, sind diese Zahlen Ausdruck einer exzellent umgesetzten Monetarisierungsstrategie der Werbeplattform.

Wachstumskurs Was wird Alphabet mit seinen 135 Mrd Dollar anfangen? 💾 4

Jetzt aber zu der eigentlichen Frage: Was macht Alphabet mit so viel Geld?

ZunĂ€chst wĂ€re da das angekĂŒndigte AktienrĂŒckkaufprogramm in Höhe von 50 Mrd USD. Beim aktuellen Kurs können dabei ca. 3% der Aktien zurĂŒckgekauft werden, was uns als AktionĂ€re natĂŒrlich freut. Trotzdem entspricht dieses Programm gerade einmal dem Jahresgewinn, wodurch der Geldberg zwar nicht vergrĂ¶ĂŸert wird, aber auch nicht verkleinert.

Nachdem ansonsten keine konkreten Aussagen zur Geldverwendung vorliegen, spekulieren wir im Folgenden einfach mal ĂŒber mögliche Strategien.

  • interne Investitionen in Zukunftstechnologien: Wir haben ja bereits gesehen, dass sich Alphabet bei einigen Zukunftsthemen, wie Cloud-Computing oder autonomem Fahren, stark engagiert. Es ist sehr gut möglich, dass diese GeschĂ€ftsfelder noch deutlich mehr Mitteleinsatz erfordern werden, bevor auch sie dann einen positiven Beitrag zum GeschĂ€ft leisten können.
  • Übernahmen: Der CashĂŒberschuss von Alphabet wĂŒrde ausreichen, um unter Einsatz von ein wenig Fremdkapital jedes beliebige deutsche Unternehmen einfach aufzukaufen. Voraussichtlich wird das zwar nicht passieren, aber einige kleine, innovative Startups dĂŒrften sicherlich noch auf der Shopping-Liste stehen. Der Konzern ist schließlich bekannt dafĂŒr diese Art von Unternehmen geradezu anzusammeln. Wer weiß, vielleicht ist auch hier mal ein grĂ¶ĂŸerer Brocken dabei.
  • Dividende: Seit einigen Jahren wird immer wieder die Vermutung geĂ€ußert, Alphabet könnte beginnen, eine Dividende zu bezahlen. Dazu gibt es zwar keine konkrete Aussage des Unternehmens, allerdings wurde vor einigen Quartalen im GeschĂ€ftsbericht eine Anpassung zum Thema Dividende durchgefĂŒhrt. FrĂŒher stand dort sinngemĂ€ĂŸ, man plane nicht, eine Dividende zu bezahlen. Jetzt steht dort, dass man die ĂŒberschĂŒssigen Mittel adĂ€quat verwenden möchte – was auch immer das dann zu bedeuten hat.

Was ist deine EinschÀtzung zu dieser Frage? Was wird Alphabet mit seinem ganzen Geld anstellen? Schreib es gerne in die Kommentare.

Wenn du dich jetzt auch fragst, ob es ĂŒberhaupt sinnvoll wĂ€re, Dividende auszuschĂŒtten, dann könnte dieser Artikel interessant fĂŒr dich sein.

Disclaimer: Wie immer stellt dieser Artikel die subjektive Meinung des Autors dar und ist unter keinen UmstÀnden als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zu interpretieren. Der Autor ist im Besitz von Alphabet-Aktien und weiteren Wertpapieren, die von einer positiven Kursentwicklung der Alphabet-Aktie profitieren.


Tags

Aktie, Alphabet, Analyse, Bilanz, Google


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