April 13

Ist der MDAX der bessere deutsche Aktienindex? 🇩🇪🚀

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Der DAX ist der unangefochtene Leitindex

Wenn wir an deutsche Aktien denken, dann ist es ganz klar, dass der DAX der unangefochtene Leitindex unserer heimischen Wirtschaft ist. Und das mit gutem Grund. Der DAX vereint (vereinfacht gesagt) die 30 größten deutschen, börsennotierten Unternehmen und bildet damit einen Großteil der Volkswirtschaft ab – egal ob wir in BIP, Arbeitsplätzen oder internationaler Bekanntheit der Unternehmen messen. Oberdrein soll dieses Jahr das Gewicht des Platzhirsches noch gesteigert werden, indem die Anzahl der vertretenen Aktiengesellschaften von 30 auf 40 erhöht wird.

Wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass der DAX für den 31.12.1987 auf 1.000 Punkte normiert wurde, dann sehen wir schnell, dass er sich aus Renditesicht auch nicht verstecken muss. Seither hat er sich auf über 15.000 Punkte ver-15-facht, was etwas weniger als 9% jährlicher Rendite entspricht. Damit kann unser heimischer Aktienmarkt durchaus mit der Welt mithalten, auch wenn sein Ruf unter ambitionierteren Privatinvestoren nicht der allerbeste ist.

Outperformer MDAX

Wenn es um die Rendite geht – und darum geht es meistens, wenn wir von Vermögensaufbau sprechen – dann sticht der kleine Bruder MDAX klar hervor. Dieser Index beinhaltet die nächstgrößeren 60 börsennotierten Unternehmen Deutschlands und wurde zum selben Tag wie der DAX auf den Startwert von 1.000 Punkten normiert.

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Zum Zeitpunkt des Schreibens steht er bei 32.600 Punkten. Der MDAX hat sich im selben Zeitraum also mehr als ver-32-facht und damit den großen Bruder eindeutig hinter sich gelassen. Eine jährliche Rendite von etwa 11,5 %!

Im Bild siehst du einen direkten Vergleich der 2 Indizes. Es fällt auf, dass der MDAX die Übertreibung des neuen Marktes weniger stark mitgemacht und Anfang der 2000er noch ziemlich gleichauf war. Ab dann allerdings hat der Mid-Cap-Index so richtig Gas gegeben und die Large-Caps hinter sich gelassen.

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Wie stark der MDAX jedes Jahr den DAX outperformt hat, siehst du in dieser Grafik, wobei ein grüner Balken eine Überperformance des MDAX bedeutet. Das Diagramm zeigt uns, dass der MDAX in 17 von 21 betrachteten Jahren mehr Rendite gebracht hat als der DAX, und in nur einem Jahr wirklich deutlich weniger Performance geschafft hat. Auf der anderen Seite sind zweistellige Überrenditen eher die Regel als die Ausnahme.

Der Vergleich beider Indizes ist übrigens legitim. Beide werden als Performance-Index berechnet, beziehen also ausgeschüttete Dividenden mit ein.

Außerdem ist die Überrendite tatsächlich gar nicht so verwunderlich, wie manche jetzt meinen könnten. Kleinere Unternehmen, welche der MDAX beinhaltet, weisen regelmäßig höhere Renditen auf als die größten Unternehmen. Dieser Umstand ist z.B. in “Aktien für die Ewigkeit” von Jeremy Siegel dargelegt (Blogbeitrag hier).

Aus unternehmerischer Sicht spricht für dieses Verhalten, dass es kleineren Unternehmen deutlich leichter fallen sollte, ihr Geschäft um einen gewissen Prozentsatz zu steigern, wohingegen sehr große Unternehmen wie Siemens sich schwerer tun, noch wirklich stark zu wachsen und in ihrer Kultur vermeintlich ebenfalls bereits träger sind. Makroökonomisch betrachtet weisen kleinere Unternehmen schlicht höhere Risiken auf – geringere finanzielle Mittel, weniger Bekanntheit, Nachfolgethematiken, etc…. – und höhere Risiken bergen höhere Renditechancen.

Bildet der MDAX die deutsche Wirtschaft besser ab?

Abgesehen von der historisch betrachtet höheren Rendite spricht meines Erachtens nach auch die Zusammensetzung für den MDAX. Zunächst wäre da natürlich die mit (noch) 60 (bald 50) Werten größere Diversität im Index. Nicht nur die nackte Zahl verspricht mehr Diversifikation, auch die Gewichtung verschiedener Branchen. Während es Im DAX nach Abzug sämtlicher Automobil- und Chemie- Konzernen relativ dünn wird, weist der MDAX eine ziemlich breite Branchenvielfalt auf, was für viele ein Grund ist, zu behaupten, dass die Vielfalt der deutschen Wirtschaft besser abgebildet wird.

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Vielfalt ist übrigens ein gutes Stichwort. Es gibt Studien, die zu dem Schluss kommen, dass ein wesentlicher Faktor für den Erfolg einer Volkswirtschaft, die Vielfalt an herstellbaren Produkten ist. Bei einem weltweiten Länderranking liegt die deutsche Wirtschaft hier an Platz 1!

Und wo kommt diese gewaltige Vielfalt an Produkten her? Exakt! Aus dem deutschen Mittelstand, der in allen möglichen Nischen weltmarktführende Spezialisten hervorgebracht hat.

Und hier kommen wir wieder zu unserem geliebten deutschen Mittelstandsindex MDAX, der voll von diesen meist höchstprofitablen Spezialisten ist und somit in der Tat eine Facette der deutschen Wirtschaft abbildet, die der DAX nicht wirklich beinhaltet:

  • Airbus – eine von nur zwei Firmen weltweit, die große Passagierflugzeuge herstellen kann
  • Symrise – Spezialist für Duft- Aromastoffe
  • Sartorius & Qiagen – Biotech & Laborbedarf
  • Evonik – Spezialchemie
  • Rational – führender Hersteller von “thermischer Gastronomieausstattung”
  • Fuchs Petrolub – Spezialist für Schmierstoffe

Wenn du dir die vollständige Liste der MDAX-Unternehmen es auf Wikipedia ansiehst, wirst du noch deutlich mehr dieser wunderbaren Spezialunternehmen finden.

Wie investieren?

Wenn auch du jetzt zu dem Schluss gekommen bist, dass du ein relativ fokussiertes Investment in den deutschen Mittelstand tätigen möchtest, ohne dabei aber auf Einzelunternehmen setzen möchtest, dann ist ein ETF auf den MDAX sicherlich die beste Wahl. Dazu gibt es insgesamt 6 verschiedene ETF von 4 unterschiedlichen Anbietern für in Deutschland wohnende Anleger zur Auswahl.

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Wer eine ausschüttende Variante möchte, wird bei Lyxor fündig. Die übrigen 3 Anbieter unterscheiden sich im Wesentlichen nicht stark. Wobei der iShares ETF einerseits zwar am längsten am Markt und auch der größte ist, andererseits aber auch die höchsten Kosten aufweist. Wem der Kostenfaktor wichtiger ist, der findet bei Invesco das günstigste Angebot.

Genauere Informationen zu den jeweiligen ETF findest du auf justetf.com.

Wie ist deine Haltung zum MDAX? Hast du ihn womöglich bereits in deinem Depot?

Disclaimer: Der Autor Andreas Senftl hält einen MDAX-ETF (von Deka). Der Blogbeitrag kann daher nicht objektiv sein und dient lediglich der Darstellung der Meinung des Autors. In keinem Fall kann eine Handelsempfehlung für Wertpapiere daraus abgeleitet werden.


Tags

DAX, Deutschland, ETF, Index, MDAX


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