März 12

Weshalb ich meine Apple Aktien verkauft habe

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Quelle und Lizenz des Beitragsbilds: Wikipedia

Apple ist eines der besten Unternehmen der Welt

Liebe Leserin, lieber Leser,

in diesem Artikel möchte ich dir einen kleinen Einblick in eines meiner persönlichen Investments geben: Apple. Weil diese spezielle Investition sehr gewinnträchtig war, möchte ich aber gleich am Anfang darauf hinweisen, dass auch bei mir – wie bei jedem anderen – Leichen im Depot liegen und es nie nur nach oben geht. Aber nun zu der Firma hinter dem iPhone, die ohne Zweifel zu einer der besten der Welt gehört.

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Apple wurde 1976 unter anderem von Steve Jobs in Kalifornien gegründet und konzentrierte sich anfangs sehr erfolgreich auf den PC-Markt. Nach einer Krise in den 90ern kam das Unternehmen mit iMac und iPod wieder in die Erfolgsspur. 2007 wurde das erste iPhone vorgestellt, welches bis heute ein bahbrechender Erfolg ist.

Die Markenstrategie von Apple ist es, Qualitätsführerschaft mit einem beinahe religiösen Kult (oh sorry, ich meine einem kundenbindenden Produkt-Ökosystem) zu verbinden. Mit dieser Strategie wird Apple dieses Jahr über 300 Mrd. US-Dollar umsetzen, bei einer Marge von klar über 20% und einer beinahe ebenso hohen Gesamtkapitalrendite. n

Damit erzielt Apple mehr netto-Jahresgewinn als der deutsche Verteidigungshaushalt beträgt. Kein Wunder also, dass es damit das wertvollste Unternehmen der Erde mit einer Marktkapitalisierung von 2 Billionen Dollar ist und Warren Buffett zu seinen Hauptaktionären zählt. Das alles ist ziemlich beeindruckend. Deswegen fiel mir die Entscheidung, diese Firma zu verkaufen auch nicht besonders leicht…

Die Geschichte meines Apple-Investments

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Aber zunächst möchte ich dir ganz kurz die Geschichte des Engagements in Apple darlegen. 2016 habe ich splitbereinigt 100 Aktien zu knapp 25€ gekauft. Am 31. August 2020 habe ich die gesamte Position für 108€ wieder abgestoßen. Insgesamt ergab das mit Dividenden einen Gewinn von über 8.500€ oder 357%.

oben: Kursverlauf der Apple-Aktie in Euro; Quelle: Google Finance

unten: Ausgewählte Apple-Zahlenreihe; Quelle: Ariva.de

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Wie hat es der Gigant nun geschafft, diese super Performance hinzulegen? Wenn wir rechts auf die Entwicklung von Umsatz und Jahresüberschuss schauen, sehen wir, dass es daran nicht gelegen ist. Beide weisen zwar eine positive Entwicklung auf, können aber keine Vervierfachung begründen.

Wenn sich auch nicht die Höhe der Umsätze stark gesteigert hat, so doch deren Qualität. 2016 wurde Apple noch als “Hardware-Firma” gesehen, deren Umsätze jederzeit wegbrechen könnten, wenn das nächste iPhone gerade nicht so gut ankommt. Mittlerweile steht deutlicher das “Ökosystem” und die damit verbundenen Umsätze aus Services im Vordergrund. Diese Umsätze haben den enormen Vorteil, dass sie wiederkehrend sind, womit die Zyklizität und Anfälligkeit des Unternehmens reduziert wird.

Diese Qualitätssteigerung gepaart mit einem allgemeinen Bullenmarkt haben zu einer Ausweitung der Bewertung geführt. Dazu werfen wir einen kurzen Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV). Diese Verhältnisse haben sich deutlich erhöht. Zum Kaufzeitpunkt befand sich das KGV bei mickrigen 10 (Was für ein “Value-Deal“!), zum Verkaufszeitpunkt lag das KGV hingegen bei über 30.

Ein weiterer Punkt, der zu der Performance beigetragen hat, waren die ausgedehnten Aktien-Rückkäufe. Oben sieht man die starke Reduzierung des Eigenkapitals, welches mit zusätzlichen Schulden verwendet wurde, um die Rückkäufe durchzuführen. So wurde die Anzahl der ausstehenden Aktien (splitbereinigt) von über 21 Mrd. auf unter 17 Mrd. reduziert. Das entspricht fast einem Viertel und schlägt sich dementsprechend positiv im Kurs nieder.

Meine persönliche Meinung ist es, dass ein so profitables Unternehmen durchaus noch deutlich mehr Aktien zurückkaufen wird können. Ebenso bin ich davon überzeugt, dass sich das Geschäft weiter positiv entwickeln wird und Apple immer noch Wachstumspotenzial vor sich hat. Warum also der Verkauf der Aktien? War es der Sprung in der Bewertung, der sich wieder umkehren könnte? Ein bisschen, aber nicht ganz….

Das Gesetz der großen Zahl

Kann ein Unternehmen eigentlich dauerhaft überdurchschnittlich performen? Eine ziemlich wichtige Frage, wie ich finde. Die Antwort ist: Ja, solange es günstig genug ist. Stell dir dazu ein Unternehmen vor, welches jedes Jahr 1 Euro je Aktie verdient und diesen komplett ausschüttet. Wenn dieses Unternehmen einen Aktienkurs von 5€ hat, dann wird die jährliche Rendite 20% betragen und damit dauerhaft überdurchschnittlich sein.

Im Falle eines KGV von über 30, entspräche die Rendite demnach nur 3%. Eine Entsprechende Bewertung kann daher nur gerechtfertigt werden, wenn das Unternehmen ein langfristiges Wachstum von etwa 10% p.a. aufweist. Solange dieses Intakt bliebe, liege bei konstantem KGV auch die Rendite über diesem Wert. Für viele Unternehmen ist das locker machbar. Bei einem Umsatz von jenseits der 300 Mrd. Dollar muss aber klar sein, dass ein solches Wachstum irgendwann seine Grenzen hat. Und wenn ein Gigant wie Apple bereits die teuerste Firma der Welt ist, dann würde ein dauerhaft überdurchschnittliches Wachstum heißen, dass der Anteil von Apple an der Weltwirtschaft immer weiter zunähme.

Auf einen Aktienindex übersetzt bedeutet das: Würde ein Unternehmen (abgesehen von Ausschüttungen) dauerhaft überperformen, würde das Gewicht im Index immer weiter steigen. Nun ist es so, dass die Gewichtung von Apple im Nasdaq zu meinem persönlichen Verkaufszeitpunkt bei über 15% lag. Mein Gedanke war dann folgender:

“Kann Apple seine Gewichtung im Nasdaq dauerhaft immer weiter ausbauen und besser performen als Microsoft, Amazon, Alphabet und Co?”

Meine Antwort auf diese Frage war ein “ich glaube eher nicht”. Das impliziert die Annahme, dass der Nasdaq langfristig besser performen würde als Apple. Somit habe ich das logisch folgende getan und Apple verkauft, das Geld genommen und komplett in den Nasdaq-100 investiert.

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In den hier zu sehenden Charts ist die Apple-Aktie in blau mit einem Nasdaq-ETF in gelb verglichen. Man erkennt die deutliche Überperformance der Aktie im 5-Jahres-Zeitraum, allerdings auch die schwächere Performance in einem Zeitraum von 6 Monaten. Ersteres entspricht ungefähr meiner Haltedauer, letzteres ungefähr der Entwicklung seit Verkauf.

Damit hat die These in diesem noch sehr kurzen Betrachtungshorizont schon mal standgehalten. Es bleibt zu sehen, ob die Annahme auch der Zukunft standhält…. Was ist deine Einschätzung der zukünftigen Entwicklung dieses Duos? Ich bin auf die Kommentare gespannt. Spielt dieses Gesetz der großen Zahl auch bei deinen Investitionsentscheidungen eine Rolle?

Die Diskussion zu den hier genannten Wertpapieren stellt lediglich die persönliche Meinung des Autors dar und dient ausschließlich akademischen und/oder unterhalterischen Zwecken. Es kann unter keinen Umständen einen Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren daraus abgeleitet werden.

Nicht sicher bei welchem Broker, du deine Aktien am besten handelst? Hier gibt es eine Auswahlhilfe.


Tags

Aktien, Apple, Depot, Investieren, Verkauf


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