Januar 20

Es gibt 4 Broker-Typen. Welcher passt zu dir?

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Die Qual der Wahl

Wer mit dem Investieren beginnen möchte, der kommt schnell an den Punkt, an dem er sich für einen Broker entscheiden muss, bei welchem er oder sie ein Depot eröffnet. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Punkt erinnern, weil mich damals schon (mittlerwerweile im vorletzten Jahrzehnt!) die große Auswahl erst einmal etwas überfordert hat.

Aber eigentlich ist es nicht so schwierig, den passenden Anbieter zu finden. Du musst nur wissen, was du mit deinem Broker tun möchtest. Man kann nämlich die Vielzahl an Depots ganz grob in 4 Typen einteilen und jeder Typ richtet sich an eine ganz spezielle Zielgruppe. Zu einer davon wirst du dich sehr wahrscheinlich zuordnen können.

Typ 1: Die Hausbank

Sparkassen und Volksbanken bieten ihren Kunden neben einem vollwertigem und breiten Privatkundenangebot auch Wertpapier-Depots an. Wenn dir persönlicher Kontakt am Schalter einer Bank wichtig ist, dann kannst du mit der Suche bereits wieder aufhören, denn das wirst du nur bei deiner Hausbank bekommen.

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Neben der persönlichen Note hat ein Depot bei der Hausbank den Charme, dass du für deine Konten und Wertpapiere keine verschiedenen Dienstleister benötigst, sondern alles aus einer Hand bekommst und zudem mit einem Haus mit langer Tradition zu tun hast.

Diese Vorteile kommen allerdings mit einem Preis. Üblicherweise sind Depotführungsgebühren und Transaktionskosten deutlich teurer als dies bei allen anderen Typen der Fall ist. Außerdem ist das Leistungsspektrum oft deutlich geringer, als dies bei “Depot-Spezialisten” der Fall ist.

Daher verwundert es auch nicht, dass dich die meisten Menschen, die auf den freundlichen Bankmitarbeiter am Schalter verzichten können, einen anderen Broker suchen.

Typ 2: Discount-Broker

Zu diesem Typ zählen Anbieter wie Trade Republic*, Smartbroker* oder das amerikanische Robinhood. Vermutlich kennst du die Werbebanner von Discount-Brokern, auf denen wie unten mit extrem günstigen Konditionen, wie “kostenlos handeln” oder “nur 1€ pro Trade”, geworben wird. Da fragt man sich zunächst natürlich, ob das zu gut ist, um wahr zu sein. Lass uns daher kurz ansehen, für wen dieses Angebot passt und wer lieber weitersuchen sollte.

Lass uns das exemplarisch am Beispiel Trade Republic untersuchen. Wie alle anderen Discount-Broker kommt auch Trade Republic mit sehr geringen Kosten bei eingeschränktem Leistungsspektrum daher. Im Banner unten rechts wird sogar mit kostenfreien Sparplänen geworben.

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Wie kann das funktionieren? Trade Republic muss doch auch Geld verdienen?!

Und natürlich verdient Trade Republic auch Geld. Der Trick funktioniert so: bei Trade Republic kannst du nicht offen an der Börse handeln. Stattdessen werden die Transaktionen durch den Finanzdienstleister Lang & Schwarz abgewickelt, bei welchem bei jeder Transaktion eine kleine Summe als Entgelt anfällt. Aus diesen Umsätzen zahlt Lang & Schwarz wiederum eine Provision an Trade Republic und so verdient auch Trade Republic an “kostenfreien” Sparplänen. Für dich bedeutet das, dass du immer etwas teurer kaufst und etwas billiger verkaufst. Oder alternativ betrachtet: Die Kosten sind rein prozentual ohne fixen Anteil.

Ist das nun gut oder schlecht?

Es ist gut, wenn du voraussichtlich mit eher kleineren Gesamtsummen (bis niedrig 5-stellig) arbeitest und eher kleinere Order (unter 1.000 €) und Sparpläne (~ 50€) beauftragst. In diesem Fall würden Fixkosten nämlich viel stärker ins Gewicht fallen als prozentuale Kosten. Solltest du höhere Summen anpeilen und Wert auf einen größeren Leistungsumfang legen, bist du vermutlich bei Typ 3 oder 4 besser aufgehoben.

Discount-Broker sind perfekt für dich geeignet, wenn du ein kleineres Depot anstrebst und mit kleineren Summen handelst. Außerdem sollte dir ein geringerer Leistungsumfang nicht ausmachen. Trade Republic gibt es beispielsweise aktuell nur als App. Vollwertige Bankleistung abseits des Brokerage sucht man hier auch vergeblich. Das Angebot richtet sich eher an jüngere Leute mit geringem Budget.

Typ 3: Online-Broker von Direktbanken

Zu diesem Typ zählen Anbieter wie die Consorsbank*, Comdirect* oder die ING. Direktbanken zeichnen sich durch ein fehlendes, bzw. sehr dünnes Filialnetz aus. Gleichzeitig bieten die meisten Direktbanken ein sehr breites Leistungsspektrum an, wie du es auch von deiner Hausbank kennst – von Girokonto bis Immobilienfinanzierung. Damit kannst du zwar meist nicht persönlich zum Schalter gehen, profitierst aber von einer schlankeren Kostenstruktur.

Consorsbank Wertpapierdepot

Diese Herangehensweise zeigt sich auch an den meisten Brokerage-Angeboten von Direktbanken. Üblicherweise findet man ein gutes Leistungsspektrum, welches den offenen Handel an verschiedenen Börsen und eine Vielzahl an Sparplänen umfasst. Damit hast du eigentlich alles, was du für einen langfristigen Vermögensaufbau benötigst.

Meistens ist die Depotführung kostenlos. Die Handelsgebühren setzen sich dabei oft aus einem kleinen Fixbetrag und einer kleinen prozentualen Kommission zusammen. Bei einer Order mit einem Volumen von 2.000 € zahlst du dadurch meist ca. 10 € Transaktionsgebühren. Das ist im Beispiel vernachlässigbar. Solltest du allerdings sehr kleine Käufe tätigen. wird der fixe Betrag von ca. 5 € je Order schnell zum Renditekiller. Sparpläne werden entweder prozentual (ca. 1,5 %) oder als Flatrate (DKB) abgerechnet. Oft gibt es auch ein breites Angebot an kostenlosen Sparplänen. Solltest du also vorab bereits wissen, welche Sparpläne du einrichten möchtest, empfiehlt sich das jeweilige kostenlose Sparplanangebot der jeweiligen Direktbank zu prüfen.

Depots von Direktbanken eignen sich ideal für alle, die langfristig investieren wollen, dabei eine größere Summe anstreben und ein breites Leistungsspektrum bei gutem telefonischem Service zu schätzen wissen. Allgemein können die Depots von Typ 3 mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen. Zum Zeitpunkt des Schreibens macht das Angebot der Consorsbank den besten Eindruck. Sollte sich das ändern, siehst du das, sowie das aktuelle Angebot des Spitzenreiters im Wachstumskurs Depot-Vergleich.

Typ 4: Das Professionelle Trader-Depot

Wer mit mindestens mittleren Summen kurz- und mittelfristig Traden möchte, der kommt einem professionellem Trader-Depot nicht vorbei!

Ein solches kann man entweder direkt bei Interactive Brokers oder einem deutschen Ableger wie Banx* oder Lynx* eröffnen.

Banx broker Logo

Hier findest du alles, was das Trader-Herz begehrt: Günstige Handelskonditionen, professionelle Trader-Workstation, Zugang zu verschiedensten Handelsplätzen, besten Informationszugang, die Möglichkeit fast alles zu handeln und du kannst Optionen schreiben und selbst als Stillhalter auftreten.

Es ist klar, dass der aktive Trader der Wunschkunde dieser Broker ist und ebenso, dass aktive Trader hier Kunde sind.

Gleichzeitig sollten allerdings langfristig orientierte Investoren eher Abstand nehmen, da der schiere Leistungsumfang dann doch eher verwirrend als hilfreich ist.

Viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Außer, dass du die aktuelle Empfehlung hierzu, sowie einen Leistungsüberblick im Depot-Vergleich findest.

Schreib’ gerne in die Kommentare, welche Kategorie dich am ehesten anspricht und ob dir diese Übersicht dabei geholfen hat, fündig zu werden.

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Broker, Depot


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