August 19

Nasdaq ETF | Lohnt sich ein Investment in den Tech-Index? 💻🧐

Die meisten Menschen verbinden mit “Nasdaq” Dinge wie Tech-Aktien, die Dotcom Blase, und in den letzten Jahren vor allem hohe Renditen. Aber werfen wir einen kurzen Blick auf das was wir meinen, wenn wir überlegen, einen Nasdaq ETF zu kaufen.

Zunächst heißt ein Investment in den Nasdaq meistens nicht, dass wir uns am Unternehmen, dem Börsenbetreiber Nasdaq beteiligen wollen. Diesen kann man als Aktie erwerben und dessen Logo ist auch hier im Bild zu sehen.

Meistens ist auch nicht der Aktienindex “Nasdaq Composite” gemeint. Dieser vereint über 3.000 Unternehmen, welche an der Börse Nasdaq gelistet sind.

Wenn jemand von einem Nasdaq ETF oder einem Investment in den Nasdaq spricht, dann geht es fast immer um den Nasdaq 100. Dieser Aktienindex vereint – wie der Name vermuten lässt – die 100 an der Nasdaq gelisteten Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung. Diese übrigens auch das Gewichtungskriterium der einzelnen Aktien.

Wer jetzt aber denkt, dass diese 100 Aktien ausschließlich von Tech-Unternehmen stammen, der liegt falsch. Im Nasdaq 100 befinden sich neben Apple und Amazon auch Starbucks, Kraft Heinz und Monster Beverage.

Getrieben wird die Performance dann allerdings doch von den Technologie-Riesen, wie wir unschwer erkennen können, wenn wir uns das nachfolgende Diagramm der Zusammensetzung des Index ansehen.

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NASDAQ am Times Square, Quelle: Wikipedia

Welche Unternehmen bilden meinen Nasdaq ETF?

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Wer also einen Nasdaq ETF kauft, der kauft zu einem Großteil Aktien von Apple, Microsoft, Alphabet und Amazon. Die 10 größten Positionen machen insgesamt etwa 54 % des gesamten Index aus. Die jeweils aktuelle Indexzusammensetzung aller enthaltenen Unternehmen findest du hier.

Performancevergleich: Nasdaq 100 vs S&P 500

Dass sich der Nasdaq immer mehr Beliebtheit erfreut kommt nicht von Ungefähr. Über viele Jahre liefert der “Tech”-Index nun schon höhere Renditen als der breite Markt – in unserem Fall dargestellt durch den S&P 500.

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Während der S&P 500 auf knappe 300 % Rendite über 10 Jahre kommt, verdoppelt dies der Nasdaq 100 mit fast 600 %. Das ist ziemlich beeindruckend, auch wenn hier Dividenden nicht berücksichtig sind, welche im S&P 500 höher ausfallen als im Nasdaq.

Die überdurchschnittliche Rendite liegt übrigens auch nicht an einer besonders geschickten Auswahl des Zeitfensters. Man kann viele verschiedene Zeiträume betrachten und kommt zum gleichen Ergebnis.

Nur Zeitabschnitte um die Jahrtausendwende sollte man lieber nicht betrachten, wenn man das makellose Bild nicht zerstören möchte. Als in der Dotcom-Blase Technologieunternehmen ohne jede wirtschaftliche Grundlage hochgejubelt wurden, war der Nasdaq deutlich stärker betroffen als andere Indizes – siehe folgende Grafik.

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Wer zum damaligen Hochpunkt einen Nasdaq ETF gekauft hätte (falls es damals einen gab…), der musste stolze 15 Jahre warten, bis der Kursverlust wieder ausgeglichen war.

Nasdaq ETF: Was spricht dafür, was dagegen?

Bewertung

Die starke Performance erinnert viele an die Blase vor 20 Jahren. Die Befürchtung ist dabei, dass die Bewertungen des Nasdaq wieder deutlich zu hoch sind und wir uns in einer ähnlichen Blase befinden wie damals.

Das ist ein valider Punkt. Niemand wird heute hergehen und sagen: “Oh, wie absolut lächerlich billig diese Nasdaq-Unternehmen doch bewertet sind!”. Die Wahrheit ist, dass man sich eine deutliche Korrektur sehr gut vorstellen kann, sei es wegen Zinsanstiegen, Steuererhöhungen oder Marktlaunen.

Gleichzeitig ist die Situation heute aber nicht wirklich vergleichbar mit 2000. Damals hatten Unternehmen mit verschwindend geringen Umsätzen und Verlusten hohe Milliardenbewertungen. Heute reden wir bei Apple, Alphabet und Microsoft von Unternehmen mit enormen Gewinnen, welche jedes noch dazu kräftig gesteigert werden können.

Fazit Bewertung: Korrektur definitiv denkbar, Kursimplosion wie 2000 schwer vorstellbar.

Zusammensetzung

Die Indexzusammensetzung lässt die einen verzweifeln, die anderen jubeln. Warum ist das so?

Wenn du durch die Brille des Volkswirts blickst, bzw. einfach möglichst breit gestreut dich am Eigenkapitalmarkt beteiligen möchtest, dann wirst du mit einem Nasdaq ETF vermutlich nicht glücklich. Die oben dargestellte Indexzusammensetzung ist schlicht sehr fokussiert auf die führenden Tech-Konzerne. Diese Konzentration wollen viele ETF-Investoren vermeiden.

Wer allerdings mit der Brille des Betriebswirts bzw. des Einzelinvestors auf den Index blickt, der wird sich freuen, dass er hier eine Zusammenstellung von Top Unternehmen, mit starken Marken, starken Margen und hohem Wachstum findet. Dieser Investor findet im Nasdaq ein Portfolio, welches ihr oder im vermutlich sehr gut gefallen dürfte. Und über einen ETF ist dieses allemal einfacher abzubilden als über Einzelaktien.

Megatrend Digitalisierung

Die berühmte ARK Chefin Cathie Wood begründet ihr Investment-Portfolio in der Annahme, dass wir in einer Zeit der technologischen Disruption leben, welche von wenigen Unternehmen getrieben wird. Diese Unternehmen seien prädestiniert, um dieses dann auch in einem positivem Geschäftsverlauf und damit guten Renditen abzubilden.

Wenn auch die ein ähnliches Verständnis unserer Zeit hast, aber nicht unbedingt in die – doch recht offensiven – ARK ETFs investieren möchtest (oder kannst), dann wäre für dich ein Nasdaq ETF sicherlich als gute Alternative geeignet, um die Welle der Digitalisierung noch ein wenig mitzureiten.

Portfoliostrategie

Nicht in jedes Portfolio passt jeder ETF. Hintergrund ist, dass du sicherlich bereits eine Strategie für dein Portfolio hast und der Nasdaq eventuell redundant ist.

Wenn du bereits einen großen Index, wie den S&P 500 oder den MSCI World im Depot hast, dann bist du bereits an Apple, Microsoft und Co beteiligt. Ein weiterer Index mit diesen Unternehmen als Top-Position würde dein Portfolio weiter auf diese wenigen Unternehmen fokussieren. Ob das zu deiner Strategie passt, musst du allerdings selbst entscheiden.

Welche weiteren Punkte du unbedingt beim Investieren in ETF beachten solltest, findest du in diesem Artikel.

Dies waren einige Gedanken zum Nasdaq. Wie sieht es bei dir aus? Kommt ein Nasdaq ETF für dich in Frage? Bei mir ist es die top Position im Portfolio.

Andere Leser interessierten sich auch für Investment-Bücher oder den Depot-Vergleich.

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Dein Andreas Senftl

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  • Wenn Du richtigerweise sagst, dass man eine Überschneidung mit dem S&P oder MSCI World vermeiden sollte, wie würdest Du denn dann den Nasdaq 100 einsetzen? Als ein Baustein neben anderen Themenfonds? Neben einem europäischen / asiatischen Small Cap ETF?

    • Hallo Peter, vielen Dank fürs Lesen und deinen Beitrag.
      Ich denke, dass der Nasdaq für den “Maximaldiversifizierer” nicht in Frage kommt. Als Baustein neben Themenfonds passt er aber sicher gut. Aber auch für Leute, die eigentlich die großen Tech-Unternehmen als Einzelaktien kaufen würden. Ich persönlich habe mit dem Nasdaq-ETF die Region USA abgedeckt. Daneben habe ich noch den MDax aus Europa und den MSCI China aus Asien.

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